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Kurstipp jenseits von Reichweite: das Thema, das mir als Influencerin gefehlt hat

Hier werden ja vor allem Kurse zu Positionierung, Vermarktung und Kanalaufbau besprochen. Ich poste bewusst etwas anderes, weil es bei mir eine Lücke geschlossen hat, die kein Marketingkurs abdeckt.

Der Anlass war ein Jahr, in dem zwei größere Kooperationen kurzfristig geplatzt sind. Nicht wegen mir, sondern weil auf Kundenseite Budgets gestrichen wurden. Das passiert, und man kann es nicht verhindern. Was mich getroffen hat, war, dass damit auf einen Schlag ein erheblicher Teil des Jahreseinkommens weg war.

Danach habe ich mir angeschaut, wie meine Einnahmen eigentlich zusammengesetzt sind. Ergebnis: alles hing an Kooperationen und Plattformen. Selbst die vermeintlich verschiedenen Quellen hatten dieselbe Grundlage, nämlich meine Reichweite. Wenn die einbricht, bricht alles ein.

Ich wollte deshalb etwas aufbauen, das damit nichts zu tun hat. Immobilien waren mir zu groß, ein zweites Business hätte wieder Zeit gekostet. Geblieben sind Aktien, und dort speziell Werte, die regelmäßig ausschütten, weil mir die Idee gefiel, dass etwas zurückkommt, ohne dass ich verkaufen muss.

Ich hatte davon keine Ahnung und wollte es diesmal richtig machen, statt wieder irgendwelchen Tipps zu folgen. Meine Wahl fiel auf die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der sich Dividenden Backpacker nennt. Der Kurs geht durch Auswahl, Bewertung und die Frage nach Kauf- und Verkaufszeitpunkten.

Aufgebaut ist er in elf Modulen mit über 65 Lektionen, insgesamt mehr als elf Stunden Videomaterial. Enthalten ist außerdem ein Newsroom, in dem später Material dazukommt. Eine einmalige Zahlung, monatlich kommt nichts nach. Der Anbieter zählt bislang mehr als 700 Teilnehmer.

Was mir daran besonders geholfen hat: Es wird sehr gründlich erklärt, warum eine hohe Ausschüttungsrendite oft kein gutes Zeichen ist. Ich hätte intuitiv genau danach gesucht, weil eine höhere Zahl besser klingt. Dass sie meistens deshalb hoch ist, weil der Kurs vorher gefallen ist und der Markt Probleme erwartet, war mir überhaupt nicht klar.

Der zweite Punkt, den ich mitgenommen habe, betrifft unser Umfeld direkt: Man soll keine Position kaufen, deren Begründung man nicht in zwei Sätzen aufschreiben kann. Ich mache das inzwischen tatsächlich schriftlich. Es dauert fünf Minuten und hat mich schon zweimal davon abgehalten, etwas zu kaufen, das ich nur deshalb spannend fand, weil jemand darüber gesprochen hatte.

Was ich niemandem verschweigen möchte: Es kann schiefgehen. Aktienkurse fallen, manchmal über Jahre. Eine Dividende ist keine feste Zusage, sondern wird jedes Jahr neu beschlossen und in schwierigen Zeiten gekürzt oder gestrichen. Der Aufbau dauert lange, und in den ersten Jahren sind die Beträge sehr klein. Wer davon ausgeht, damit eine geplatzte Kooperation aufzufangen, täuscht sich.

Offenlegung, wie wir das ja alle kennzeichnen: Mein Link ist ein Partnerlink, bei einem Kauf bekomme ich eine Provision. Wer die Kapitelübersicht anschauen will, bekommt sie beim Anbieter im Detail aufgeführt. Ohne meinen Link reicht eine Suche nach dem Kursnamen.

Was ich rückblickend als größten Fehler sehe: Ich habe in den guten Jahren gedacht, das gehe so weiter. Reichweite fühlt sich wie ein Besitz an, ist aber geliehen. Plattformen ändern ihre Regeln, Themen verlieren an Zugkraft, und das Publikum wird älter. Wer davon lebt, sollte mit Veränderung rechnen und nicht darauf hoffen, dass sie ausbleibt.

Praktisch mache ich es inzwischen so: Von jeder Kooperationsrechnung geht ein fester Anteil direkt weg, bevor das Geld im Alltag landet. Diese Automatik war entscheidend, denn freiwillig übrig lassen hat bei mir nie funktioniert.

Ein Punkt, der für unsere Branche zusätzlich gilt: Kooperationseinnahmen kommen oft verzögert, teils Monate nach der Veröffentlichung. Das verzerrt das Gefühl dafür, wie ein Monat gelaufen ist. Ich rechne inzwischen nach Auftragsdatum statt nach Zahlungseingang, und das hat mein Bild von den eigenen Zahlen deutlich verändert.

Mich würde interessieren: Baut ihr etwas auf, das unabhängig von eurer Reichweite ist? Und wenn ja, wann habt ihr damit angefangen, gleich zu Beginn oder erst nach dem ersten Einbruch?